Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.
MEHR ERFAHREN →Die Straßenbaugeotechnik bildet das Fundament jeder dauerhaften und sicheren Verkehrsinfrastruktur in Stuttgart und Umgebung. Sie umfasst sämtliche erdbautechnischen Maßnahmen, die erforderlich sind, um den Untergrund für die enormen Belastungen aus dem Straßenverkehr zu ertüchtigen. In dieser Disziplin geht es nicht nur um das bloße Bewegen von Boden, sondern um die komplexe Interaktion zwischen Bauwerk und Baugrund. Von der Untersuchung der anstehenden Böden über die Bewertung ihrer Verdichtbarkeit bis hin zur Festlegung mehrlagiger Tragschichten – die geotechnische Planung entscheidet maßgeblich über die Nutzungsdauer und die Gebrauchstauglichkeit einer Straße.
Stuttgart stellt aufgrund seiner besonderen Geologie eine außergewöhnliche Herausforderung für die Straßenbaugeotechnik dar. Die Stadt liegt in einem Talkessel, der von Schichten des Keupers und des Lias geprägt ist. Hier dominieren verwitterungsanfällige Ton- und Mergelsteine, die bei Wasserzutritt schnell an Festigkeit verlieren und zu einem ausgeprägten Quell- und Schrumpfverhalten neigen. Hangrutschungen und Setzungsdifferenzen sind in dieser Region bekannte Risiken, die eine besonders sorgfältige Baugrunderkundung und eine auf die lokalen Verhältnisse abgestimmte Bauweise unverzichtbar machen. Die geotechnische Kategorie muss daher oft hoch eingestuft werden.
Die technischen Regeln für diese Arbeiten sind in Deutschland streng normiert. Maßgeblich sind die ZTV E-StB (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau) sowie die RStO (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen). Diese Regelwerke definieren exakt die Anforderungen an Verdichtungsgrade, Frostsicherheit und die Qualität der einzubauenden Gesteinskörnungen. Für die rechnerische Dimensionierung des Straßenaufbaus sind zudem die RDO Asphalt und die RDO Beton heranzuziehen. Die Einhaltung dieser Normen ist nicht nur eine Frage der Qualität, sondern eine vertragliche Verpflichtung gegenüber dem öffentlichen Baulastträger.
Die Anwendung der Straßenbaugeotechnik ist bei nahezu jedem Infrastrukturprojekt in Stuttgart erforderlich. Dies reicht vom klassischen Neubau von Bundesstraßen und Autobahnabschnitten über die komplexe Erneuerung innerstädtischer Hauptverkehrsachsen bis hin zur Erschließung von Neubaugebieten an den Hanglagen. Besonders anspruchsvoll sind Projekte, die eine tiefgreifende Bodenverbesserung erfordern, etwa mittels Kalkstabilisierung, um die geringe Tragfähigkeit der lokalen Keuperböden zu kompensieren. Vor jeder dieser Maßnahmen steht eine fundierte Baugrunduntersuchung, die oft eine CBR-Studie für Straßenentwurf einschließt, um den Verdichtungsbedarf und die erforderliche Dicke des frostsicheren Oberbaus zuverlässig zu ermitteln.
Die größten Risiken gehen von den verwitterungsanfälligen Ton- und Mergelsteinen des Keupers aus. Diese neigen bei Wasserzutritt zu starkem Quellen und Schrumpfen, was zu ungleichmäßigen Setzungen und Hangrutschungen führen kann. Zudem kann die geringe Tragfähigkeit der Böden in den Talkessellagen ohne tiefgreifende Bodenverbesserung oder Bodenaustausch keine ausreichende Standfestigkeit für den Straßenoberbau gewährleisten.
Zentral sind die ZTV E-StB für Erdarbeiten und die RStO für den standardisierten Oberbau. Ergänzend gelten die ZTV SoB-StB für Schichten ohne Bindemittel. Für die rechnerische Dimensionierung sind die RDO Asphalt und RDO Beton maßgeblich. Diese Regelwerke definieren Anforderungen an Verdichtungsgrad, Tragfähigkeit und Frostsicherheit und sind als anerkannte Regeln der Technik vertragsrelevant.
Eine Baugrunduntersuchung ist die einzige Möglichkeit, die Schichtung und die bodenmechanischen Eigenschaften des Untergrunds zuverlässig zu bestimmen. Nur so können die erforderliche Dicke des frostsicheren Aufbaus, die Verdichtbarkeit und die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Bodenverbesserung festgelegt werden. Ohne diese Daten ist eine normkonforme und dauerhafte Dimensionierung des Straßenoberbaus nicht möglich.
Eine flexible Fahrbahn besteht aus Asphaltschichten auf einem ungebundenen Tragschichtsystem und verteilt die Lasten schichtweise in den Untergrund. Eine starre Fahrbahn ist eine Betondecke, die aufgrund ihrer hohen Biegezugfestigkeit die Verkehrslasten flächig und direkt auf eine geringere Anzahl von Schichten überträgt. Die Wahl hängt von der Verkehrsbelastung und den geotechnischen Untergrundverhältnissen ab.
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