Stuttgarts Talkessel ist geologisch geprägt von den Ausläufern des Keuperberglands – wechselnde Schichten aus Tonstein, Gipskeuper und quartären Auffüllungen bestimmen bereits in geringer Tiefe das Baugeschehen. Die Korngrößenanalyse liefert hier die unverzichtbare Basis für jede Baugrundbeurteilung, denn ohne exakte Kenntnis der Kornverteilung bleiben Aussagen zu Verdichtbarkeit, Frostempfindlichkeit oder Durchlässigkeit spekulativ. Unser Labor führt die kombinierte Siebung und Aräometeranalyse gemäß DIN EN ISO 17892-4 durch, ergänzt durch die bewährte Nasssiebung nach DIN 18123, und stellt die Ergebnisse innerhalb von 48 Stunden als auswertbare Kornsummenkurve bereit. Gerade im Stuttgarter Stadtgebiet, wo Baugruben oft in heterogenen Auelehmen und Verwitterungsböden des Neckartals liegen, hängt die Einstufung in Bodengruppen nach DIN 18196 entscheidend von einer präzisen Fraktionierung ab.
Eine fehlende Korngrößenanalyse im Stuttgarter Gipskeuper ist wie eine statische Berechnung ohne Bodenkennwerte – das Risiko trägt allein der Bauherr.
Unser Ansatz
Die Bodenverhältnisse variieren innerhalb Stuttgarts massiv: Während im Stuttgarter Westen und in Botnang oft verwitterte Mergel- und Sandsteine des Stubensandsteins anstehen, die beim Aushub ein breites Spektrum von Grobkies bis Schluff zeigen, dominieren im Neckartal bei Bad Cannstatt und Münster mächtige Auelehm- und Hochflutlehmpakete mit Feinkornanteilen über 40 Prozent. Für den ersten Fall reicht eine klassische Sieblinie mit Maschenweiten von 63 mm bis 0,063 mm meist aus, um die Verdichtbarkeit zu beurteilen. Im zweiten Fall dagegen wird zwingend die Aräometeranalyse nach dem Stoke'schen Gesetz erforderlich, weil erst die Verteilung der Ton- und Schlufffraktionen das Setzungsverhalten unter Fundamentlasten zuverlässig prognostizierbar macht. Diese standortbezogene Unterscheidung fließt direkt in die Wahl des Sondierverfahrens ein, das parallel zur Probenahme zum Einsatz kommt.
Standortspezifische Faktoren
Der Aräometerversuch selbst ist ein filigraner Prozess, bei dem die Suspension in einem 1.000-ml-Standzylinder über 24 Stunden bei konstanter Raumtemperatur sedimentiert, während das Aräometer in definierten Intervallen die Dichte der Suspension misst. Die größte Fehlerquelle in Stuttgart sind unzureichend dispergierte Tonaggregate im Gipskeuper-Verwitterungsboden, die als Pseudo-Sandkörner zu hohe Äquivalentdurchmesser vortäuschen und damit die Kornsummenkurve verfälschen. Werden diese Artefakte nicht durch chemische Dispergierung mit Natriumpyrophosphat und mechanisches Schütteln aufgelöst, resultiert eine zu grobe Klassifikation – der Boden wird als schwach bindig eingestuft, obwohl tatsächlich ein plastischer Ton mit hohem Quellpotenzial vorliegt. Die Konsequenzen reichen von fehlerhaften Setzungsberechnungen bis zur Unterschätzung der Frostempfindlichkeit im Straßenbau, was in Stuttgarts Höhenlagen oberhalb von 400 m ü. NN besonders kritisch ist.
Fragen und Antworten
Was kostet eine Korngrößenanalyse in Stuttgart?
Eine kombinierte Analyse mit Siebung und Aräometerversuch liegt je nach Probenanzahl und Aufbereitungsaufwand zwischen €100 und €190 pro Probe. Bei Serien von mehr als fünf Proben aus derselben Baumaßnahme reduzieren sich die Einzelkosten spürbar.
Wie lange dauert die Durchführung einer vollständigen Korngrößenanalyse?
Die reine Laborarbeit umfasst etwa drei Arbeitstage, wobei der Aräometerversuch allein eine Sedimentationsdauer von 24 Stunden beansprucht. Mit Probenvorbereitung, Nasssiebung und Berichterstellung erhalten Sie die Ergebnisse innerhalb von vier Werktagen, bei Expressbedarf auf Anfrage schneller.
Warum brauche ich im Stuttgarter Raum so oft eine Aräometeranalyse?
Die Böden in den Tallagen und auf den Keuperhängen enthalten häufig bindige Verwitterungsprodukte mit Feinkornanteilen über 15 Prozent. Ohne Aräometerversuch bleibt die Verteilung der Schluff- und Tonfraktionen unbekannt, was eine korrekte Einstufung in die Bodengruppen nach DIN 18196 unmöglich macht und die Setzungsprognose unzuverlässig werden lässt.
Welche Probenmenge wird für die Analyse benötigt?
Für bindige Böden reichen etwa 500 Gramm gestörtes Material in einem luftdichten Beutel. Bei kiesigen Böden mit Größtkorn über 16 mm benötigen wir mindestens 2.000 Gramm. Entscheidend ist eine repräsentative Probenahme, die wir auf Wunsch direkt auf Ihrer Stuttgarter Baustelle durchführen.
Kann aus der Korngrößenanalyse der Durchlässigkeitsbeiwert abgeleitet werden?
Ja, für nichtbindige Sand-Kies-Gemische liefert die Kornsummenkurve über die empirischen Formeln nach Hazen (kf ≈ 0,0116 × d10²) oder Beyer einen zuverlässigen kf-Wert. Für bindige Böden ist dieses Verfahren nicht anwendbar – hier empfehlen wir ergänzend einen direkten Durchlässigkeitsversuch.