Ein sechsgeschossiger Wohnblock im Stuttgarter Osten, geplant auf einer ehemaligen Gärtnereifläche. Der Baugrund: aufgefüllte und stark verwitterte Schichten des Gipskeupers – ein Klassiker in der Kessellage. Die ersten Rammsondierungen zeigten sofort, dass eine Flachgründung ohne tiefgreifende Bodenverbesserung nicht genehmigungsfähig ist. Das Tragfähigkeitsproblem lösen wir mit einer rechnerisch exakt dimensionierten Rüttelstopfverdichtung. Die Bemessung von Schottersäulen erfordert in Stuttgart ein tiefes Verständnis der lokalen Geologie, insbesondere der Sulfatgesteine und deren Quellpotenzial. Unser Team greift auf eine umfangreiche Datenbank mit Laborversuchen aus dem Stadtgebiet zurück und kombiniert die Säulenbemessung bei Bedarf mit einer ergänzenden Korngrößenanalyse zur genauen Klassifikation der anstehenden Auffüllungen. Nur so kann der Säulenraster wirklich wirtschaftlich und sicher festgelegt werden.
Eine wirtschaftliche Säulenbemessung im Stuttgarter Gipskeuper lebt von der korrekten Eingruppierung des Verformungsmoduls – pauschale Annahmen führen sofort zu unwirtschaftlichen oder unsicheren Rastern.
Fragen und Antworten
Was kostet die Bemessung eines Schottersäulenfeldes für ein Einfamilienhaus in Stuttgart?
Für ein typisches Einfamilienhaus mit einem Säulenfeld von circa 80 bis 120 Quadratmetern liegen die Planungskosten für die Bemessung und Ausführungsplanung nach DIN 4093 zwischen 1.300 und 4.580 Euro. Der Preis hängt maßgeblich vom Umfang der erforderlichen Voruntersuchungen ab, insbesondere ob zusätzliche Drucksondierungen oder Laborversuche an den Keuper-Tonsteinen notwendig sind.
Warum reicht eine Flachgründung auf dem Stuttgarter Gipskeuper oft nicht aus?
Der Gipskeuper neigt zu Subrosion und Auslaugung, wodurch ein unregelmäßiges, wabenartiges Gefüge mit geringer Tragfähigkeit entsteht. Zudem führt das Quellvermögen der enthaltenen Tonminerale zu Volumenänderungen bei Wasserzutritt. Schottersäulen überbrücken diese weichen Zonen und verteilen die Last in tiefere, tragfähigere Horizonte.
Welchen Einfluss hat die Stuttgarter Hanglage auf die Säulenbemessung?
In Hanglagen, etwa in Stuttgart-Heslach oder am Killesberg, wirken horizontale Erddrücke auf die Säulen, die den Umschlingungsdruck erhöhen. Die Bemessung muss daher mit numerischen Modellen die Geländeneigung und potenzielle Kriechbewegungen des Hanges abbilden, um die innere Standsicherheit des Säulenrasters zu gewährleisten.
Wie wird die Qualität der Schottersäulen auf der Baustelle geprüft?
Die Qualitätssicherung erfolgt durch Lastplattendruckversuche auf den Säulenköpfen gemäß DIN 18134 sowie durch schwere Rammsondierungen (DPH) zwischen den Säulen, um den Verdichtungserfolg im umliegenden Boden nachzuweisen. Die Einbindetiefe wird über die Rüttelprotokolle und die Stromaufnahme des Tiefenrüttlers kontrolliert.