← Home · Bodenverbesserung

Bemessung von Schottersäulen für schwierigen Baugrund in Stuttgart

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

MEHR ERFAHREN →

Ein sechsgeschossiger Wohnblock im Stuttgarter Osten, geplant auf einer ehemaligen Gärtnereifläche. Der Baugrund: aufgefüllte und stark verwitterte Schichten des Gipskeupers – ein Klassiker in der Kessellage. Die ersten Rammsondierungen zeigten sofort, dass eine Flachgründung ohne tiefgreifende Bodenverbesserung nicht genehmigungsfähig ist. Das Tragfähigkeitsproblem lösen wir mit einer rechnerisch exakt dimensionierten Rüttelstopfverdichtung. Die Bemessung von Schottersäulen erfordert in Stuttgart ein tiefes Verständnis der lokalen Geologie, insbesondere der Sulfatgesteine und deren Quellpotenzial. Unser Team greift auf eine umfangreiche Datenbank mit Laborversuchen aus dem Stadtgebiet zurück und kombiniert die Säulenbemessung bei Bedarf mit einer ergänzenden Korngrößenanalyse zur genauen Klassifikation der anstehenden Auffüllungen. Nur so kann der Säulenraster wirklich wirtschaftlich und sicher festgelegt werden.

Eine wirtschaftliche Säulenbemessung im Stuttgarter Gipskeuper lebt von der korrekten Eingruppierung des Verformungsmoduls – pauschale Annahmen führen sofort zu unwirtschaftlichen oder unsicheren Rastern.

Unser Ansatz

Ein häufiger Fehler in der Region ist die pauschale Annahme eines einheitlichen Verbesserungsfaktors ohne Berücksichtigung der Mantelreibung im weichen Tonstein. Gerade im ausgelaugten Gipskeuper ändert sich die undränierte Scherfestigkeit oft auf wenigen Dezimetern. Unsere Bemessung von Schottersäulen erfolgt nach dem Berechnungsverfahren von Priebe, modifiziert für die spezifischen Verhältnisse des Stuttgarter Talkessels. Entscheidend ist die realitätsnahe Abschätzung des Setzungsverhaltens unter zyklischer Belastung. Wir definieren den Säulendurchmesser, das Rastermaß und die erforderliche Einbindetiefe so, dass die zulässigen Setzungen der geplanten Bodenplatten sicher eingehalten werden. Das Verfahren verlangt eine enge Abstimmung mit der ausführenden Firma, denn der Tiefenrüttler muss im oft zähen, tonig-schluffigen Material steuerbar bleiben. Unser Labor überwacht die Qualität durch begleitende Rammsondierungen und Lastplattendruckversuche auf den fertigen Säulenköpfen.
Bemessung von Schottersäulen für schwierigen Baugrund in Stuttgart
Technisches Referenzbild — Stuttgart

Standortspezifische Faktoren

Das geologische Risiko im Stuttgarter Stadtgebiet ist geprägt von der Wechsellagerung quellfähiger Tonsteine mit sulfatischen Schichten. Fehlt bei der Bemessung von Schottersäulen der Nachweis der Sulfatbeständigkeit des Schotters oder wird der Quelldruck unterschätzt, drohen ungleichmäßige Hebungen. Ein unterschätzter Faktor ist die Hanglage: In Stadtteilen wie Heslach oder am Killesberg wirken zusätzliche Horizontalspannungen auf das Säulenraster. Die Bemessung muss dann mit einem erhöhten Umschlingungsdruck rechnen. Wir empfehlen in solchen Fällen, die Säulenberechnung durch ein numerisches Modell abzusichern, das die Geländetopographie realitätsnah abbildet. Ein falsch dimensioniertes Raster führt hier nicht nur zu Setzungen, sondern zu einem schleichenden Verlust der Globalstabilität des verbesserten Gründungspolsters.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: info@geotechnik.vip

Technische Daten

ParameterTypischer Wert
BemessungsnormDIN 4093, Eurocode 7 (EN 1997-1)
BemessungsverfahrenPriebe-Methode, Finite-Elemente-Methode
Typischer Säulendurchmesser0,60 m bis 0,80 m
Üblicher Rasterabstand1,40 m bis 2,60 m (Dreiecksraster)
Verbesserungsfaktor n1,8 bis 3,2 (abhängig vom Untergrund)
Prüfung der VerdichtungDruckversuch (DIN 18134), Rammsondierung DPH
Relevante Bodeneinheit StuttgartGipskeuper, Lias α, Auffüllungen
Tiefenbereich4 m bis 12 m unter GOK

Verwandte Dienstleistungen

01

Geotechnische Bemessung und Planung von Rüttelstopfsäulen

Rechnerische Dimensionierung des Säulenrasters nach DIN 4093 inklusive Setzungsprognose, Verbesserungsfaktor und Nachweis der Global- sowie Böschungsstabilität für Gründungen im Stuttgarter Keuper und Lias.

02

Qualitätssicherung und Abnahmeprüfung

Fremdüberwachung der Herstellung durch Lastplattendruckversuche, schwere Rammsondierungen (DPH) und Überprüfung der Einbindetiefe. Dokumentation der erreichten Mantelreibung und des Verdichtungsgrads im Protokoll.

Normativer Rahmen

DIN 4093 – Bemessung von Schottersäulen, DIN EN 1997-1 (Eurocode 7) – Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, DIN 18300 – Erdarbeiten (VOB Teil C), DIN 18134 – Plattendruckversuch

Fragen und Antworten

Was kostet die Bemessung eines Schottersäulenfeldes für ein Einfamilienhaus in Stuttgart?

Für ein typisches Einfamilienhaus mit einem Säulenfeld von circa 80 bis 120 Quadratmetern liegen die Planungskosten für die Bemessung und Ausführungsplanung nach DIN 4093 zwischen 1.300 und 4.580 Euro. Der Preis hängt maßgeblich vom Umfang der erforderlichen Voruntersuchungen ab, insbesondere ob zusätzliche Drucksondierungen oder Laborversuche an den Keuper-Tonsteinen notwendig sind.

Warum reicht eine Flachgründung auf dem Stuttgarter Gipskeuper oft nicht aus?

Der Gipskeuper neigt zu Subrosion und Auslaugung, wodurch ein unregelmäßiges, wabenartiges Gefüge mit geringer Tragfähigkeit entsteht. Zudem führt das Quellvermögen der enthaltenen Tonminerale zu Volumenänderungen bei Wasserzutritt. Schottersäulen überbrücken diese weichen Zonen und verteilen die Last in tiefere, tragfähigere Horizonte.

Welchen Einfluss hat die Stuttgarter Hanglage auf die Säulenbemessung?

In Hanglagen, etwa in Stuttgart-Heslach oder am Killesberg, wirken horizontale Erddrücke auf die Säulen, die den Umschlingungsdruck erhöhen. Die Bemessung muss daher mit numerischen Modellen die Geländeneigung und potenzielle Kriechbewegungen des Hanges abbilden, um die innere Standsicherheit des Säulenrasters zu gewährleisten.

Wie wird die Qualität der Schottersäulen auf der Baustelle geprüft?

Die Qualitätssicherung erfolgt durch Lastplattendruckversuche auf den Säulenköpfen gemäß DIN 18134 sowie durch schwere Rammsondierungen (DPH) zwischen den Säulen, um den Verdichtungserfolg im umliegenden Boden nachzuweisen. Die Einbindetiefe wird über die Rüttelprotokolle und die Stromaufnahme des Tiefenrüttlers kontrolliert.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Stuttgart und Umgebung.

Größere Karte ansehen