Stuttgarts Talkessellage stellt besondere Anforderungen an die Bodenverdichtung. Die warmen, oft trockenen Sommer verwandeln die oberen Horizonte in staubigen Lehm, während die Hanglagen des Neckartals von wechselhaften Schichten aus Gipskeuper und Lösslehm geprägt sind. Wer hier ein Bauwerk errichtet, muss die erreichte Lagerungsdichte im Feld exakt nachweisen können. In unserer Praxis sehen wir immer wieder, dass die geologischen Übergänge zwischen den quartären Kiesen des Neckartals und den ausgeprägten Verwitterungsböden der umliegenden Höhenzüge unterschätzt werden. Die Siedlungsdichte im Stuttgarter Kessel mit seinen etwa 630.000 Einwohnern verlangt zudem eine extrem präzise Verdichtungsprüfung, denn Nachverdichtungen im beengten innerstädtischen Raum verursachen schnell unverhältnismäßige Kosten. Das Sandkegelverfahren nach DIN 18125-2 liefert hier die belastbaren Kennwerte, die für die Abnahme von Erdplanien und Tragschichten unverzichtbar sind.
Ein um 2 Prozent unterschrittener Verdichtungsgrad im Stuttgarter Gipskeuper kann Setzungsdifferenzen von mehreren Zentimetern nach sich ziehen – das Sandkegelverfahren deckt dies zuverlässig auf.
