Ein 14-geschossiges Wohnhaus am Killesberg. Der Baugrund: verwitterter Gipskeuper, darunter eine Wechsellagerung aus Ton- und Mergelsteinen. Die Lasten aus dem Gebäude liegen bei 320 kPa, die zulässige Bodenpressung im Bestand reicht nicht aus. Genau hier setzt die Bemessung der Rütteldruckverdichtung an. Wir legen das Raster, den Rüttlerdurchmesser, die Punktabstände und die erforderliche Energie so aus, dass die Setzungsmulde unter Kontrolle bleibt und der Boden eine dichte Lagerung erreicht. In Stuttgart mit seinen heterogenen Keuper- und Lösslehmböden ist eine rein tabellarische Auslegung riskant. Wir kombinieren Drucksondierergebnisse aus dem CPT-Versuch mit Laborwerten, um die Verdichtbarkeit des Korngefüges vorherzusagen und den Nachweis nach DIN EN 14731 zu führen.
Eine korrekte Rütteldruckbemessung reduziert die Streuung der Lagerungsdichte um bis zu 60 % gegenüber einer rein erfahrungsbasierten Ausführung.
Fragen und Antworten
Was kostet die Bemessung der Rütteldruckverdichtung für ein Projekt in Stuttgart?
Die Planungskosten liegen je nach Projektgröße und Baugrundkomplexität zwischen €1.250 und €4.540. Enthalten sind die geotechnische Auslegung, die Rasterplanung und die Festlegung der Qualitätssicherungsmaßnahmen.
Ab welcher Tiefe ist die Rütteldruckverdichtung in den Stuttgarter Keuperböden wirksam?
Die Verdichtungswirkung setzt ab ca. 1,5 m unter GOK ein und reicht bei geeigneten Böden bis 25 m Tiefe. Die Wirksamkeit hängt stark vom Feinkornanteil ab: Bei Schluffgehalten über 18 % nimmt die Verdichtbarkeit deutlich ab.
Wie wird der Verdichtungserfolg nachgewiesen?
Wir führen vor und nach der Rütteldruckverdichtung CPT-Sondierungen durch und vergleichen die Spitzendrücke. Ergänzend setzen wir Lastplattendruckversuche nach DIN 18134 ein, um den dynamischen Verformungsmodul Evd zu bestimmen.
Kann die Rütteldruckverdichtung Setzungen vollständig verhindern?
Nein, Setzungen werden auf ein kontrollierbares Maß reduziert, aber nicht vollständig eliminiert. Die Bemessung zielt darauf ab, die Setzungsmulde so zu vergleichmäßigen, dass die zulässigen Winkelverdrehungen des Bauwerks eingehalten werden.
Welche Bodenarten im Raum Stuttgart eignen sich für die Rütteldruckverdichtung?
Gut geeignet sind sandig-kiesige Böden und verwitterter Stubensandstein mit geringem Feinkornanteil. Lösslehm und Tonmergel sind nur bedingt geeignet und erfordern eine detaillierte Voruntersuchung der Plastizität und des natürlichen Wassergehalts.