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Bemessung der Rütteldruckverdichtung in Stuttgart – Technische Planung für tragfähigen Baugrund

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Ein 14-geschossiges Wohnhaus am Killesberg. Der Baugrund: verwitterter Gipskeuper, darunter eine Wechsellagerung aus Ton- und Mergelsteinen. Die Lasten aus dem Gebäude liegen bei 320 kPa, die zulässige Bodenpressung im Bestand reicht nicht aus. Genau hier setzt die Bemessung der Rütteldruckverdichtung an. Wir legen das Raster, den Rüttlerdurchmesser, die Punktabstände und die erforderliche Energie so aus, dass die Setzungsmulde unter Kontrolle bleibt und der Boden eine dichte Lagerung erreicht. In Stuttgart mit seinen heterogenen Keuper- und Lösslehmböden ist eine rein tabellarische Auslegung riskant. Wir kombinieren Drucksondierergebnisse aus dem CPT-Versuch mit Laborwerten, um die Verdichtbarkeit des Korngefüges vorherzusagen und den Nachweis nach DIN EN 14731 zu führen.

Eine korrekte Rütteldruckbemessung reduziert die Streuung der Lagerungsdichte um bis zu 60 % gegenüber einer rein erfahrungsbasierten Ausführung.

Unser Ansatz

Bei Projekten im Stuttgarter Talkessel sehen wir oft, dass oberflächennah Lösslehm mit weicher Konsistenz ansteht. Rütteldruckverdichtung wirkt hier anders als in Sanden: Entscheidend ist der Wassergehalt. Wir legen die Verdichtungspunkte so, dass der Porenwasserdruck während der Rüttelarbeit abgebaut werden kann, sonst kommt es zur lokalen Gefügezerstörung. Für die Planung ziehen wir die Kornverteilung aus der Korngrößenanalyse und die Zustandsgrenzen heran, um die Eignung des Bodens nach dem Kriterium von Brown oder nach DIN 4094-2 zu bewerten. Die Bemessung der Rütteldruckverdichtung liefert dann Angaben zu Rastergeometrie, Rüttellanzentyp, Ziehrhythmus und Nachverdichtungskriterien. Bei Tiefen über 12 m setzen wir zusätzlich Tiefenrüttler mit Mörtelstufe ein, um die vertikale Homogenität abzusichern.
Bemessung der Rütteldruckverdichtung in Stuttgart – Technische Planung für tragfähigen Baugrund
Technisches Referenzbild — Stuttgart

Standortspezifische Faktoren

Ein Vulkangesteins-Tiefenrüttler mit 130 kW Antriebsleistung und Mörtelpumpe, eingesetzt auf einer Baugrube in Stuttgart-Ost. Die Rüttellanze arbeitet im Taktbetrieb: Absenken unter Wasserspülung, dann schrittweises Ziehen mit Nachverdichtung. Die größte Gefahr bei der Bemessung der Rütteldruckverdichtung liegt in einer Unterschätzung des Feinkornanteils. Liegt der Schluffanteil über 18 %, versagt der Verdichtungsmechanismus und es entstehen lokale Auflockerungszonen. Wir prüfen deshalb vorab das gesamte Kornspektrum und schließen Böden mit ungünstiger Plastizitätszahl von der reinen Tiefenverdichtung aus. In solchen Fällen planen wir Zusatzmaßnahmen wie Schottersäulen oder eine Bodenvermörtelung ein. Der zweite kritische Punkt: die seismische Interaktion. In Stuttgart, einer Erdbebenzone nach DIN EN 1998-1/NA, muss die verdichtete Bodensäule als verflüssigungssicher nachgewiesen werden.

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Technische Daten

ParameterTypischer Wert
Maximale Verdichtungstiefebis 25 m unter GOK
Rasterabstand (Dreieckraster)1,20 m – 2,80 m
RüttellanzentypTiefenrüttler mit Mörtelstufe, elektrisch
Erforderliche Lagerungsdichte Dpr≥ 80 % (mitteldicht)
NachweisverfahrenCPT vor/nach Verdichtung, Lastplattendruckversuch
ReferenznormDIN EN 14731, DIN 4094-2
Typische Rüttelenergie300 – 800 kW pro Punkt

Verwandte Dienstleistungen

01

Geotechnische Planung und Rasterbemessung

Festlegung von Rastergeometrie, Punktabständen, Rüttellanzentyp und Energieeintrag auf Basis der Kornkennwerte und CPT-Sondierungen, inklusive Setzungsprognose unter Bauwerkslast.

02

Qualitätssicherung und Nachverdichtungskontrolle

CPT-basierte Vor- und Nachverdichtungsmessungen, Lastplattendruckversuche nach DIN 18134 und Überwachung der Ausführungsparameter (Ziehrhythmus, Stromaufnahme, Mörtelmenge).

Normativer Rahmen

DIN EN 14731:2005 – Baugrundverbesserung durch Tiefenrüttelverfahren, DIN 4094-2:2015 – Baugrund, Sondierungen, Bohrungen, DIN EN 1998-1/NA:2011 – Erdbebenbemessung (nationaler Anhang)

Fragen und Antworten

Was kostet die Bemessung der Rütteldruckverdichtung für ein Projekt in Stuttgart?

Die Planungskosten liegen je nach Projektgröße und Baugrundkomplexität zwischen €1.250 und €4.540. Enthalten sind die geotechnische Auslegung, die Rasterplanung und die Festlegung der Qualitätssicherungsmaßnahmen.

Ab welcher Tiefe ist die Rütteldruckverdichtung in den Stuttgarter Keuperböden wirksam?

Die Verdichtungswirkung setzt ab ca. 1,5 m unter GOK ein und reicht bei geeigneten Böden bis 25 m Tiefe. Die Wirksamkeit hängt stark vom Feinkornanteil ab: Bei Schluffgehalten über 18 % nimmt die Verdichtbarkeit deutlich ab.

Wie wird der Verdichtungserfolg nachgewiesen?

Wir führen vor und nach der Rütteldruckverdichtung CPT-Sondierungen durch und vergleichen die Spitzendrücke. Ergänzend setzen wir Lastplattendruckversuche nach DIN 18134 ein, um den dynamischen Verformungsmodul Evd zu bestimmen.

Kann die Rütteldruckverdichtung Setzungen vollständig verhindern?

Nein, Setzungen werden auf ein kontrollierbares Maß reduziert, aber nicht vollständig eliminiert. Die Bemessung zielt darauf ab, die Setzungsmulde so zu vergleichmäßigen, dass die zulässigen Winkelverdrehungen des Bauwerks eingehalten werden.

Welche Bodenarten im Raum Stuttgart eignen sich für die Rütteldruckverdichtung?

Gut geeignet sind sandig-kiesige Böden und verwitterter Stubensandstein mit geringem Feinkornanteil. Lösslehm und Tonmergel sind nur bedingt geeignet und erfordern eine detaillierte Voruntersuchung der Plastizität und des natürlichen Wassergehalts.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Stuttgart und Umgebung.

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